Wenn der Rosengarten Schlern Skymarathon ruft, dann gibt’s kein Pardon für müde Wadln.
Am 12. Juli war’s wieder so weit – zum achten Mal ging das Trail-Fest unter dem imposanten Dolomitenmassiv über die Bühne. Und was für ein Fest das war! Vom Start weg hieß’s: Gas geben, die Lunge auf Durchzug stellen und hoffen, dass der Berg gnädig bleibt. Am Ende strahlten mit den Gipfeln zwei Namen besonders hell: Andreas Reiterer und Cristina Salton.
Der Haflinger Trail-König Reiterer bewies einmal mehr, dass der Rosengarten sein Revier ist. Wie ein Ziehharmonika-Jäger zog er über die 45 Kilometer lange Strecke durch das UNESCO-Welterbe – vom Tierser Dorfkern rauf auf die Höhen, wo der Sauerstoff dünn und die Aussicht göttlich ist. Auch wenn’s nicht ganz zur Bestzeit reichte, war seine Leistung schlicht bärenstark: „4:49:48,3 – reicht für Sieg Nummer vier, und das bei der achten Ausgabe. Passt!“
Reiterer marschiert, der Rest staunt
Hinter dem Südtiroler Superstar versuchten die Verfolger aus Deutschland mitzuhalten. Toni Seewald, Bruder vom Mountainbike-Ass Andreas, kämpfte sich nach 5:04:21,1 Stunden ins Ziel. Ein starker Auftritt, doch gegen Reiterers Power war auch er machtlos. Stefan Lämmle komplettierte das Podium mit 5:26:39,3 Stunden – aber der Rückstand war so groß wie ein Kuhstall in Villnöß.
Salton tanzt über 3000 Höhenmeter
Bei den Damen war’s eine ähnliche Leut’, nur in anderer Besetzung. Cristina Salton, Physiotherapeutin mit Praxis im Pustertal, aber Wurzeln im Gadertal, zeigte, dass sie nicht nur Muskeln wieder einrenken, sondern auch Trails bezwingen kann. 45 Kilometer, 3000 Höhenmeter – nach 6:36:12,7 war Schluss. Und dann? Tränen, Freude und eine Familienumarmung mit ihren drei Söhnen. „Das ist der Lohn für viele einsame Trainingsstunden. Und heute hat einfach alles gepasst!“
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Die deutschen Damen Jessica Koch (7:01:17,9) und Christina Erdbrink (7:02:44,8) liefen stark, aber die Südtirolerin war an diesem Tag eine Klasse für sich.
Auf der „kurzen“ Strecke: Wiederholungstäter am Werk
Der 36-Kilometer-Lauf ist alles andere als ein Kindergeburtstag. Knapp 2000 Höhenmeter, technisch tricky und körperlich kein Gramm leichter. Luca Clara aus Klausen, eigentlich für die lange Strecke gemeldet, entschied sich spontan für den kürzeren Ritt. Goldrichtige Entscheidung: Mit 3:36:28,4 war der Sieg seiner. „Ich kenn die Strecke in- und auswendig – da war der Wechsel fast wie Heimkommen.“

Platz zwei ging an Simon Eisele (3:45:43,8), Platz drei an Enrico Bonati (3:57:10,5). Doch an Clara kam keiner vorbei – der kennt den Rosengarten Schlern Skymarathon mittlerweile wie seine Westentasche.
Petersen verteidigt wie eine Löwin
Bei den Damen machte Severine Petersen kurzen Prozess. Schon 2024 gewann sie die 36 Kilometer, 2025 setzte sie noch einen drauf: Schnellere Zeit, größere Dominanz. Nach 4:22:40,2 war das Ding durch. Mit einem Grinsen, das breiter war als der Tierser Dorfplatz, lief sie über die Ziellinie. „Ich hab gewusst, wenn ich mich gut fühl, dann geht was. Und es ist gegangen.“

Clara Carste (4:38:24,5) und Nora Corazza (4:41:43,6) komplettierten das Podium – aber Petersen spielte ihre Routine aus wie ein Kartenspieler im Wirtshaus.
400 Läufer, null Verletzte, 100 Prozent Emotion
Das Organisationsteam strahlte wie die Sonne über dem Schlern. Kein Zwischenfall, perfekte Bedingungen, zufriedene Gesichter wohin man schaut. „Ein Riesendank an unsere Sponsoren, vor allem Dynafit, und alle Helfer. Der Rosengarten Schlern Skymarathon 2025 war ein voller Erfolg. Jetzt freuen wir uns auf den 11. Juli 2026!“
Ein Berglauf, der mehr ist als ein Rennen: Der Rosengarten Schlern Skymarathon bleibt ein Mythos – hart, ehrlich, legendär.
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