Weltrekord
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Historischer Doppelschlag: Ultraläufer brechen Weltrekorde

Bei den Six Days of France 2025 haben sich zwei Athleten mit historischen Leistungen in die Annalen des Ultralaufs eingeschrieben.

Megan Eckert aus den USA und Ivan Zaborsky aus Russland überboten auf der flachen Rundstrecke des Camping l’Ardéchois beide die bisherigen Weltrekorde über sechs Tage – und taten das mit einer dramatischen Mischung aus Ausdauer, Strategie und eiserner Disziplin.

Eine Heldin auf französischem Asphalt

Die amerikanische Ultraläuferin Megan Eckert zeigte eine Demonstration an Konstanz und mentaler Stärke. In einem Rennen, das mehr einem militärischen Marsch glich als einem klassischen Wettkampf, lief sie unglaubliche 970,685 Kilometer (603,155 Meilen) – so weit wie keine Frau zuvor in einem offiziell dokumentierten Sechs-Tage-Lauf.https://vg01.met.vgwort.de/na/f0e8b5b3b6cd4a24b276af97dedb2bbe

Schon zur Halbzeit lag Eckert auf Kurs Weltrekord, doch der wahre Höhepunkt kam in den letzten 36 Stunden. Ihre Taktik war klar: regelmäßige Pausen, disziplinierte Verpflegung, kontrolliertes Tempo. „Ich wollte nicht nur überleben, ich wollte dominieren – Stunde für Stunde,“ wird sie auf der Plattform irunfar zitiert.

Ihre Zwischenzeiten lasen sich wie das Uhrwerk einer Präzisionsmaschine: Nach drei Tagen hatte sie bereits über 520 Kilometer absolviert. Als sie nach 108 Stunden endlich die Zwischenzeit der umstrittenen Rekordhalterin Camille Herron (Wikipedia-Skandal um Weltrekordläuferin) einholte, schien der neue Rekord greifbar. Doch statt zu verwalten, drehte Eckert weiter auf. Als am Sonntagmittag das Rennen endete, blieb die Uhr bei einem Wert stehen, der den Sport für immer verändern wird: ein neuer Weltrekord bei den Six Days of France mit über 970 Kilometern. Umgerechnet sind das 23 Marathons in 6 Tagen, also fast vier Marathons pro Tag.

Zaborsky trotzt dem Schmerz – und der Geschichte

Wenn Eckerts Leistung ein Meisterstück der Kontrolle war, dann war Ivan Zaborskys Lauf ein Epos des Durchhaltewillens. Der Russe, bislang eher als Spezialist kürzerer Ultraläufe bekannt, stellte sich in Vallon zum ersten Mal der brutalen Sechs-Tage-Herausforderung. Und er schrieb Geschichte: Mit 1.047,554 Kilometern (650,919 Meilen) übertraf er den bisherigen Weltrekord von Matthieu Bonne um mehr als zwei Kilometer. Zaborsky lief fast 25 Marathons in diesen 6 Tagen.

Der Weg zum Rekord war jedoch alles andere als geradlinig. Über vier Tage hinweg lag Zaborsky stets einige Meilen vor den Vergleichswerten von Bonne, doch am Ende von Tag fünf fiel er erstmals hinter dessen Zwischenzeit zurück. Die Spannung war mit Händen greifbar. „Ich wusste, ich hatte noch einen Versuch – eine letzte Nacht, ein letzter Tag. Also bin ich gelaufen, einfach gelaufen,“ erklärte Zaborsky nach seinem Finish.

Sein entscheidender Vorteil: taktische Pausen im richtigen Moment. Während Bonne 2024 mit nur einer großen Pause pro Tag agierte, setzte Zaborsky auf kürzere, häufigere Stopps – was ihm am Ende jene entscheidenden Reserven brachte, um auf der Zielgeraden den historischen Meilenstein zu knacken.

Ein Rennen der Superlative

Die Six Days of France 2025 werden in die Geschichte eingehen. Nicht nur wegen der neuen Rekorde, sondern wegen der Art, wie sie erzielt wurden: zwei unterschiedliche Strategien, zwei unterschiedliche Persönlichkeiten – aber ein gemeinsames Ziel. 144 Stunden, die alles abverlangten, was Körper und Geist zu geben vermögen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen am Tag und kühlen Nächten auf dem 1,13 Kilometer langen Rundkurs des Ardèche-Geländes kämpften sich 141 Athleten durch Schlafmangel, Muskelkrämpfe und mentale Tiefs. Doch nur zwei verließen den Platz als Weltrekordhalter.

Die Leistungen von Megan Eckert und Ivan Zaborsky sind noch nicht offiziell ratifiziert – doch der Applaus, der ihnen beim Zieleinlauf entgegenschlug, klang schon wie eine vorweggenommene Ehrung. Die Six Days of France 2025 haben neue Maßstäbe gesetzt. Und sie haben gezeigt: Der Mensch ist zu mehr fähig, als er selbst glaubt – solange er läuft.

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