Die Beine von vielen Läufern
Beim 48h Pabianice Run wurde Geschichte geschrieben – 485 Kilometer in zwei Tagen.
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Fast 500 km in 2 Tagen: Belgier bricht Ultralauf-Weltrekord

485 Kilometer in 48 Stunden – ein belgisches Laufwunder auf polnischem Asphalt!

Der "48h Pabianice Run" hat einen neuen Helden. Und der heißt Matthieu Bonne. Der 31-jährige Ausdauerkönig aus dem flämischen Bredene hat nicht einfach nur einen Wettkampf gewonnen – er hat Geschichte geschrieben.

Mit einem sagenhaften Ergebnis von 485,099 Kilometern pulverisierte er beim 48-Stunden-Lauf im polnischen Pabianice den seit fast drei Jahrzehnten bestehenden Weltrekord von Ultralauf-Legende Yiannis Kouros (473,5 km).

Bereits nach 46 Stunden und 40 Minuten hatte Bonne die magische Marke geknackt – doch statt sich auszuruhen, drehte er weiter seine Runden auf dem 1.725 Meter langen Kurs, als wäre sein Körper aus Karbon. Am Ende standen 485 Kilometer auf der Uhr. Was sagt der Rekordmann selbst dazu? „Solch einen mythischen Rekord zu brechen, ist unbeschreiblich. Es ist einfach Wahnsinn.“ (Quelle: vrt.be)https://vg06.met.vgwort.de/na/d55ca43ae5094be0b9ab77078aa468ed

Mit minimalen Pausen zum maximalen Erfolg

Während die meisten Menschen bei einem Marathon erstmal Urlaub brauchen, gönnte sich Bonne bei seinem Weltrekordlauf gerade einmal alle drei Stunden sechs Minuten Pause – wenn man das überhaupt Pause nennen will. Ursprünglich waren diese Mikro-Ruhephasen doppelt so lang, doch das Team entschied sich früh für den Turbo-Modus. „Zwei Tage am Stück laufen und nur alle drei Stunden mal sechs Minuten Pause – was man eigentlich nicht mal Pause nennen kann“, so Bonne weiter. „Mental ist es extrem hart, und nach etwa zwölf Stunden spürt man es auch körperlich deutlich.“

Und dennoch: Im Laufe des zweiten Tages blühte der Belgier regelrecht auf. Der Einbruch in der Nacht war nur ein kurzer Flirt mit der Erschöpfung – mit dem ersten Tageslicht kam die Energie zurück, als hätte jemand einen Ultra-Booster verabreicht. Die Bedingungen beim "48h Pabianice Run" passten perfekt: milde Temperaturen, eine flache Strecke und ein perfekt eingespieltes Support-Team.

Am Ende schaffte er mehr als 11 Marathons und lief eine Durchschnittspace von 5:56 Minuten pro Kilometer.

Ein Rekord reiht sich an den nächsten

Wer glaubt, dieser Weltrekord sei eine Eintagsfliege, kennt Matthieu Bonne schlecht. Der Mann hat sich im Extremsport längst ein Denkmal gesetzt – mit einer Sammlung an Rekorden, bei denen selbst gestandene Ironman-Teilnehmer ins Schwitzen geraten:

  • 2020: Erste Durchquerung der 67 Kilometer langen belgischen Küste – schwimmend.
  • 2022: Acht komplette Triathlons an acht aufeinanderfolgenden Tagen – auf acht Kanarischen Inseln.
  • 2023: Weltrekord im Radfahren: 3.619,72 Kilometer in nur sieben Tagen.
  • 2023: Weltrekord im Freiwasserschwimmen: 131 Kilometer nonstop – über 60 Stunden im Wasser!
  • 2024: Weltrekord im 6-Tage-Ultralauf mit 1.046,3 Kilometern bei der WM in Ungarn.
  • 2025: Und jetzt: Weltrekord beim "48h Pabianice Run" – 485 Kilometer auf zwei Beinen in 48 Stunden.

Allein unter 221 Laufverrückten

Im Starterfeld des "48h Pabianice Run" befanden sich 221 Ultraläufer aus der ganzen Welt – darunter genau ein Belgier. Matthieu Bonne war damit der einsame Vertreter der belgischen Farben. Aber was für einer! Während andere nach einigen Dutzend Kilometern ins Grübeln kamen, drehte Bonne seine Runden wie ein Schweizer Uhrwerk – nur eben aus belgischem Stahl.

Der Kurs in Polen war eher funktional als glamourös – ein 1,725 Kilometer langer Rundweg, auf dem Bonne seine 485 Kilometer wie ein Mensch gewordener Metronom abspulte. Die Unterstützung durch sein Team? Rund um die Uhr – von Verpflegung bis Motivation, von Massagen bis zur Zeitnahme.

Eines ist sicher: Wer demnächst glaubt, er sei schon weit gelaufen, sollte vielleicht noch mal nachmessen – 485 Kilometer sind der neue Maßstab. Und der wurde in Polen gesetzt. Beim "48h Pabianice Run".

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