Eine Frau beim Laufen bei Sonnenaufgang
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Laufen in der Sonne: Diese Körperstelle ist am stärksten gefährdet

Die Sonne brennt, der Schweiß fließt, der Asphalt glüht – willkommen bei der Lauf-Challenge „Sun Exposure Running Study“, die auf der Donauinsel in Wien für hitzige Diskussionen sorgt.

Was bislang niemand so richtig auf dem Radar hatte, bringt nun eine aufsehenerregende Untersuchung des Instituts für Physiologie an der Vetmeduni Wien ans Licht: Die größte UV-Gefahrenzone für Jogger sind ausgerechnet die Schultern!

Unter der Leitung von Dr. Alois W. Schmalwieser, Assistenzprofessor an der Vetmeduni, wurde ein mutiger Testläufer mit einem Dutzend Miniatur-UVR-Messgeräten ausgestattet – und das an sieben verschiedenen Körperstellen. Zwei Tage lang drehte der Läufer seine Runden, wechselte ständig die Himmelsrichtung und lieferte dabei sekündlich Daten über seine UV-Strahlendosis. Das Ergebnis? Beunruhigend.https://vg06.met.vgwort.de/na/84ddf80eb5b64ca4bde3eb144394254c

Im Rahmen der „Sun Exposure Running Study“ zeigte sich, dass die Schultern im Schnitt unglaubliche 80 Prozent der Umgebungsstrahlung abbekommen – und das wohlgemerkt bei aufrechter Haltung. Der Grund: Die typische Jogginghaltung mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper sorgt dafür, dass die Schultern wie kleine Sonnenkollektoren funktionieren.

„Unsere Forschungsergebnisse bieten vielen Läufern ein wertvolles Modell, um sich besser vor schädlicher UV-Strahlung und Sonnenbrand zu schützen,“ betont Schmalwieser.

UV-Falle Schultern – ein unterschätztes Risiko

Während der Rest des Körpers mit durchschnittlich 55 Prozent der UVR-Strahlung davonkommt (in Extremfällen bis zu 85 Prozent), sind es die Schultern, die den Löwenanteil kassieren. Besonders im Sommer, wenn die Kleidung knapp wird und der Körper durch die sportliche Aktivität zusätzlich Wärme produziert, steigt das Risiko erheblich.

Die Testperson bei der Studie von Dr. Alois W. Schmalwieser

Die „Sun Exposure Running Study“ geht sogar noch weiter und analysiert die Sonnenbrandzeiten je nach Sonnenstand: Bei einem Sonnenhöhenwinkel von 60 Grad – also wenn der Feuerball hoch oben steht – kann es weniger als eine Stunde dauern, bis die Haut verbrennt. Sinkt der Sonnenstand, verlängert sich diese Zeit: Bei 40 Grad auf etwa 52 Minuten, bei nur 20 Grad sogar auf vier Stunden. Klingt erstmal beruhigend, doch die Realität sieht anders aus – wer läuft schon bei Sonnenaufgang oder -untergang?

Der Lauf gegen die Strahlung

Schmalwieser hat klare Empfehlungen parat: „Läufer mit heller Haut sollten unbedingt ihre Schultern bedecken und Sonnenschutz 20–30 Minuten vor dem Lauf auftragen.“ Doch Vorsicht: Sonnencreme hält nicht ewig. Durch das Schwitzen wird der Schutzfilm angegriffen, und die Schutzwirkung lässt schneller nach als gedacht.

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Deshalb rät das Team der „Sun Exposure Running Study“ zusätzlich zu luftiger, locker sitzender Kleidung, die mehr Schutz bietet als enganliegende, schweißnasse Sportoutfits. So wird nicht nur das UV-Risiko gesenkt, sondern auch der Komfort beim Laufen erhöht.

Die Erkenntnisse der „Sun Exposure Running Study“ könnten künftig das Laufverhalten vieler Freizeitjogger verändern. Wer bisher dachte, Mütze und Sonnenbrille reichen aus, um sich vor der gefährlichen Strahlung zu schützen, sollte dringend umdenken. Vor allem die Schultern verlangen nach Aufmerksamkeit – und einem ordentlichen Schluck Sonnencreme.

Ein neuer Sonnen-Mythos ist damit Geschichte: Die gefährlichste Stelle beim Joggen ist nicht die Nase – es sind die Schultern. Und das nächste Mal, wenn Sie auf der Donauinsel oder irgendwo auf dieser sonnigen Welt Ihre Laufschuhe schnüren, denken Sie daran: Der wahre Gegner ist nicht der Muskelkater. Es ist die Sonne.

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