Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 haben nach dem WM-Marathon ihr nächstes Drama erlebt – und es war ein packendes Finale über 3000 Meter Hindernis.
Dort schrieb der Neuseeländer Geordie Beamish Geschichte und stürzte den Dominator Soufiane El Bakkali vom Thron. Mit einer fulminanten Schlussattacke holte Beamish den Titel und krönte sich damit zum ersten neuseeländischen Weltmeister auf der Bahn überhaupt.
Vom Sturz ins Rampenlicht
Vor nur zwei Tagen musste Beamish noch einen schweren Sturz im Vorlauf verkraften, kämpfte sich aber trotz blutiger Blessuren ins Finale. Dort wartete der Marokkaner El Bakkali, der zuletzt gleich vier große Titel in Serie gesammelt hatte. Doch an diesem Abend in Tokio sollte alles anders kommen. Das Rennen begann taktisch, fast schon gemächlich, doch je länger das Rennen lief, desto klarer zeichnete sich ein Showdown ab.
Ein Finale voller Taktik und Spannung
Die frühen Kilometer wurden von Edmund Serem aus Kenia und dem Deutschen Frederik Ruppert bestimmt, die das Feld in moderatem Tempo durch die ersten Runden führten. Dahinter hielten sich Daniel Michalski aus den USA, Äthiopiens Samuel Firewu und Niklas Buchholz aus Deutschland bereit. Immer wieder wurden die Hürden und Wassergräben mit Mut und Präzision gemeistert, während sich der Marokkaner El Bakkali noch weit hinten versteckte – ganz in seiner typischen Abwartetaktik.
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Auch Äthiopiens Superstar Lamecha Girma, Weltrekordhalter und Dauersilbermedaillengewinner, hielt sich zunächst zurück. Nach der Hälfte des Rennens griff dann Kanadas Jean-Simon Desgagnés in der Führungsgruppe ein. Michalski übernahm kurz vor den letzten beiden Runden entschlossen die Spitze und forcierte das Tempo – ein Moment, der das Rennen endgültig zum Kochen brachte.
Die letzten 200 Meter – ein Wendepunkt
Girma schob sich auf Platz zwei, dicht gefolgt von Firewu und Wale. Nun begann auch El Bakkali sein gewohntes Finale einzuleiten. Mit 200 Metern Restdistanz schien alles auf einen erneuten Triumph des Marokkaners hinauszulaufen. Japaner Ryuji Miura setzte zusätzlich das Stadion in Brand, als er aufdrehte und die Zuschauer tobten.
Doch genau in diesem Moment kam der Coup: Beamish, bis dahin clever im Mittelfeld versteckt, explodierte förmlich auf den letzten Metern. Mit einem unwiderstehlichen Sprint zog er außen vorbei, ließ El Bakkali stehen und rauschte zum historischen Sieg. In 8:33,88 Minuten sicherte er sich Gold, während El Bakkali nur hauchdünn dahinter Silber (8:33,95) gewann. Bronze ging an Serem (8:34,56), der trotz mutigem Auftakt am Ende Tribut zahlen musste.
Ein Stück Sportgeschichte für Neuseeland
Der Triumph von Beamish in Tokio ist ein Meilenstein: Nie zuvor konnte Neuseeland einen Titel im Bahnprogramm der Männer bei Weltmeisterschaften feiern. Sein taktisches Geschick, die Geduld und der unwiderstehliche Endspurt machten ihn zum Helden des Abends.
Ergebnisse WM 2025: 3.000 Meter Hindernis der Männer
| Pl. | Name | Nat. | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Geordie BEAMISH | NZL | 8:33.88 |
| 2 | Soufiane EL BAKKALI | MAR | 8:33.95 |
| 3 | Edmund SEREM | KEN | 8:34.56 |
| 4 | Samuel FIREWU | ETH | 8:34.68 |
| 5 | Salaheddine BEN YAZIDE | MAR | 8:35.16 |
| 6 | Lamecha GIRMA | ETH | 8:35.60 |
| 7 | Nicolas-Marie DARU | FRA | 8:35.77 |
| 8 | Ryuji MIURA | JPN | 8:35.90 |
| 9 | Daniel MICHALSKI | USA | 8:37.12 |
| 10 | Ruben QUERINJEAN | LUX | 8:37.49 |
| 11 | Ahmed JAZIRI | TUN | 8:39.30 |
| 12 | Frederik RUPPERT | GER | 8:39.83 |
| 13 | Jean-Simon DESGAGNÉS | CAN | 8:39.96 |
| 14 | Getnet WALE | ETH | 8:41.23 |
| 15 | Niklas BUCHHOLZ | GER | 8:42.81 |
| DNF | Abraham KIBIWOT | KEN | DNF |
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