Amanal Petros
Archivfoto von Amanal Petros beim Hannover Marathon. (Foto: Norbert Wilhelmi)
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Unfassbar: Petros verpasst Marathon-Wunder um Wimpernschlag

Es war der dramatischste WM-Marathon aller Zeiten - und beinahe hätte dieser mit einem historischen Triumph für Deutschland und Amanal Petros geendet.

Wer hätte gedacht, dass um 2:42 Uhr nachts europäischer Zeit ein Marathonlauf so spannend sein kann. Petros sah auf der Zielgeraden fast schon wie der sichere Sieger aus. Doch am allerletzten Meter schnappte ihm Alphonce Felix Simbu aus Tansania doch noch den Titel weg.

Ein Thriller ohne den großen Nationen

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften entwickelte sich der Marathon der Männer zu einem Hochspannungsthriller - einem Thriller, bei dem die Top-Favoriten der Reihe nach aus dem Medaillenrennen fielen. Äthiopiens Superstars stiegen alle frühzeitig aus dem Rennen aus. Bei den acht vorangegangenen Weltmeisterschaften hatten Äthiopiens Männer im Marathonlauf immer angeschrieben, erstmals seit 2007 ging Äthiopien leer aus. Auch Kenia erlebte eine bittere Niederlage. Die Lauf-Nation wartet mittlerweile nun schon seit 6 Jahren auf eine WM-Medaille im Marathonlauf bei den Männern.https://vg04.met.vgwort.de/na/80ba06800a6042aba679b42eae95cbb2

Simbu verteidigt Afrikas Siegesserie

Und beinahe wäre Amanal Petros gar der erste Nicht-Afrikaner, der in diesem Jahrtausend einen WM-Marathon gewinnt. Denn Petros lief nach einem gnadenlosen Ausscheidungsrennen 300 Meter vor dem Ziel mit Alphonce Felix Simbu und den Italiener Iliass Aouani in das Stadion ein. Aouani konnte den Anschluss nicht mehr halten und es schien so, als könne Petros tatsächlich historisches gelingen. Denn der ehemalige deutsche Marathon-Rekordhalter nahm Simbu einige Meter ab. Doch Simbu ließ nicht locker. Auf den letzten 100 Metern rückte der 33-Jährige Zentimeter um Zentimeter näher. Und kaum zu glauben: Ein Fotofinish entschied diesen spektakulären Schlussspurt. Simbu und Petros überquerten beide nach 2:09:48 Stunden die Ziellinie, doch Simbu hatte das bessere Ende für sich.

Historische Medaillen für Tansania, Deutschland und Italien

Für Simbu war es nach Bronze 2017 bereits die zweite WM-Medaille im Marathonlauf. Für Tansania war es die erste WM-Goldene über die 42,195 km. Damit verlängerte Simbu die Siegesserie afrikanischer Läufer bei Weltmeisterschaften auf 13 Triumphe. Amanal Petros kürte sich zum Vize-Weltmeister. Es ist Deutschlands größter Triumph im Marathonlauf, nachdem bei den ersten Weltmeisterschaften im Jahr 1983 Waldemar Cierpinski als Dritter die bisher einzige Marathon-Medaille für das Männer-DLV-Team holte. Fünf Sekunden hinter dem Duo lief Iliass Aouani auf Platz 3 ein - Italiens erste Marathon-Medaille seit 2003.

Auch Ringer stark

Ugandas Titelverteidiger Victor Kiplangat belegte nach 2:11:33 Stunden nur Platz 15, sogar noch hinter dem zweiten Deutschen Richard Ringer (13. / 2:11:14 Stunden). Nicht nur Äthiopien war "nicht" in den Top 15 vertreten, sondern auch Kenia. Platz 52 belegte Österreichs einziger Beitrag Aaron Gruen (2:22:07 h).

Ergebnisse WM 2025: Marathon Männer

PlatzNameNationZeit
1 Alphonce Felix SIMBU TAN 2:09:48 SB
2 Amanal PETROS GER 2:09:48
3 Iliass AOUANI ITA 2:09:53
4 Haimro ALAME ISR 2:10:03
5 Abel CHELANGAT UGA 2:10:11
6 Yohanes CHIAPPINELLI ITA 2:10:15 SB
7 Gashau AYALE ISR 2:10:27
8 Samsom AMARE ERI 2:10:34
9 Clayton YOUNG USA 2:10:43 SB
10 Isaac MPOFU ZIM 2:10:46 SB
11 Ryota KONDO JPN 2:10:53
12 Cameron LEVINS CAN 2:11:07 SB
13 Richard RINGER GER 2:11:14
14 Suldan HASSAN SWE 2:11:18
15 Victor KIPLANGAT UGA 2:11:33 SB
16 Kennedy KIMUTAI KEN 2:11:45
17 Koen NAERT BEL 2:12:52
18 Abderrazak CHARIK ALG 2:13:06 SB
19 Kaan Kigen ÖZBILEN TUR 2:13:27
20 Mohamed Reda EL AARABY MAR 2:13:29
21 Yaseen ABDALLA SUD 2:13:32 SB
22 Vincent Kipkemoi NGETICH KEN 2:13:38
23 Naoki KOYAMA JPN 2:13:42
24 Peter LYNCH IRL 2:14:12
25 Ebba Tulu CHALA SWE 2:14:40
26 Jie HE CHN 2:14:52
27 Oqbe Kibrom RUESOM ERI 2:15:01
28 Reed FISCHER USA 2:15:17 SB
29 Jacob Sommer SIMONSEN DEN 2:15:31 SB
30 Shaohui YANG CHN 2:15:35
31 Xiangdong WU CHN 2:16:01
32 Cristhian ZAMORA URU 2:16:09 SB
33 Elroy GELANT RSA 2:16:32
34 Yuya YOSHIDA JPN 2:16:58 SB
35 Justin KENT CAN 2:17:12
36 Ben PREISNER CAN 2:17:32
37 Shokhrukh DAVLATOV UZB 2:18:04 SB
38 Johnatas DE OLIVEIRA BRA 2:18:22
39 Kiruhura Emmanuel NTAGUNGA ART 2:19:11
40 CJ ALBERTSON USA 2:19:25
41 Omar HASSAN ART 2:19:47
42 Rui PINTO POR 2:19:50
43 Tom HENDRIKSE NED 2:19:57 SB
44 Tim VINCENT AUS 2:20:12 SB
45 Paulo Roberto PAULA BRA 2:20:18
46 Ablelom MARYO ERI 2:20:46
47 Mohammed BENYETTOU ALG 2:20:51 SB
48 Marcelo LAGUERA MEX 2:20:56
49 Sondre Nordstad MOEN NOR 2:21:22
50 Mateusz KACZOR POL 2:21:51 SB
51 Tiidrek NURME EST 2:21:58
52 Aaron GRUEN AUT 2:22:07
53 Josephat Joshua GISEMO TAN 2:22:47 SB
54 Hugo CATRILEO CHI 2:23:29
55 Ilham Tanui ÖZBILEN TUR 2:23:35
56 Ferdinand CERECEDA PER 2:23:46 SB
57 Liam BOUDIN AUS 2:24:39
58 Dario IVANOVSKI MKD 2:26:31
59 Samuel FREIRE CPV 2:27:26 SB
60 Segundo JAMI ECU 2:28:07
61 Tendai ZIMUTO ZIM 2:28:10
62 Nicolás CUESTAS URU 2:28:37
63 Ederson VILELA PEREIRA BRA 2:28:40

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