Transruinaulta 2025
Transruinaulta 2025 (© Dominik Aebli)
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Transruinaulta 2025: Lauf durch die Schlucht, Sieg durch den Willen

Wo der Rhein sich durch mächtige Felswände fräst, wo Staub und Schweiss zu einer sportlichen Melodie verschmelzen – dort schlägt das Herz des Transruinaulta.

Der elfte Streich dieses einzigartigen Schluchtenlaufs, mit Start in Ilanz und Ziel in Rhäzüns beziehungsweise Thusis, wurde zum Sinnbild für Leidenschaft, Emotion und pure Dankbarkeit. 863 Läufer aus 15 Ländern verwandelten die Rheinschlucht in ein tosenden Strom aus Energie und Begeisterung. Und über allem schwebte ein Wort: Danke.

Ein Lauf, bei dem das Wort „Danke“ lauter war als der Applaus

Schon beim Startschuss lag eine besondere Stimmung in der Luft. Das Echo aus den Felsen hallte nicht nur vom Laufschritt wider, sondern auch von Dankbarkeit. Thomas Häusermann, OK-Chef und Herz des Transruinaulta, wiederholte bei jeder Gelegenheit: „Danke vielmals für euren Einsatz.“ Ein Satz, der an diesem Tag mehr Bedeutung hatte als jede Medaille. Denn ohne die unzähligen Helfer, Partner und Sponsoren wäre das Abenteuer durch die Rheinschlucht nicht denkbar gewesen. Sogar auf den Startnummern blitzte das Wort „Merci“ auf – ein charmanter Gruß an den Hauptsponsor Migros, der heuer sein 100-jähriges Jubiläum feiert und im Ziel mit feinen Produkten aufwartete.

Ein Tag, der mit Risotto endete – und mit Emotionen überlief

Nach dem sportlichen Feuerwerk folgte ein Finale, das den Geist des Transruinaulta perfekt einfing. Unter dem Motto „Willkomma be ünsch“ wurden alle Finisher im Zielgelände empfangen – mit Gratisgetränken, warmem Risotto (zubereitet von Andri Marguth vom Gyger Thusis) und Bildern des Tages, die Gänsehaut garantierten. Der Ausklang war mehr als nur ein kulinarisches Dankeschön – er war eine Hommage an die Gemeinschaft, die diesen Lauf trägt. Besonders emotional: Es war der letzte Auftritt von Thomas Häusermann als Gesamtverantwortlicher. Der Mann, der 2014 den Transruinaulta ins Leben rief, verabschiedete sich standesgemäss – mit einem perfekt organisierten Schluchtenfest. Auch ihm galt an diesem Tag ein ehrliches: Danke.

Transruinaulta 2025

Flurina Eichholzer rennt in die Geschichtsbücher

Sportlich gesehen wurde der elfte Transruinaulta zu einer Bühne für Ausnahmeleistungen. Flurina Eichholzer aus Zernez schrieb ein neues Kapitel in der Geschichte des Laufs: 3:37:21 Stunden benötigte sie für die 42 Kilometer und 1.800 Höhenmeter – Streckenrekord! Nur drei Männer waren schneller als die Engadinerin. Ihre Zeit pulverisierte die alte Bestmarke von Michela Segalada aus dem Jahr 2018 gleich um 6:35 Minuten. Damit wiederholte sie ihren Start-Ziel-Sieg aus dem Vorjahr in beeindruckender Manier. Der Vergleich mit dem schnellsten Mann, Jan Hafner aus Chur, zeigt, wie außergewöhnlich ihre Leistung war: Nur sechs Minuten trennten die beiden im Ziel.

Jan Hafner siegt bei seinem Debüt

Der Churer Jan Hafner triumphierte bei seiner ersten Teilnahme über die Marathondistanz mit einer Zeit von 3:31:20 Stunden. Sein Erfolg war kein Zufall, sondern das Resultat von mentaler Stärke und taktischer Präzision. Während er am Sonntag zusätzlich beim Transviamala trail startet, sichert er sich mit einem Vorsprung von fünfeinhalb Minuten die Pole-Position in der Schluchtenkönig-Wertung. Auf der anderen Seite der Tabelle hat Angela Gisler aus Flüelen nach ihrem zweiten Platz beim Transruinaulta einen komfortablen Vorsprung von 5:28 Minuten im Schluchtenkönigin-Klassement – Halbzeitführung inklusive.

Kurze Strecke, grosse Klasse

Beim Transruinaulta curta über 24 Kilometer bewiesen Marco Wildhaber aus Thusis und Sina Sprecher aus Bern, dass auch kürzere Distanzen heroisch sein können. Wildhaber, der bereits 2023 und 2024 den Titel des schnellsten Schluchtenkönigs trug, gewann erneut – mit einer Zeit von 1:46:14 Stunden. Sprecher setzte sich in 2:08:45 Stunden durch. Beide wollen am Sonntag auch beim Transviamala curta angreifen. Während Wildhaber die Krone des Schluchtenprinzen mit einer Reserve von 4:43 Minuten praktisch sicher hat, bleibt es bei den Damen spannend: Loreana Eberle liegt der Führenden mit nur 31 Sekunden Rückstand dicht im Nacken.

Transruinaulta 2025

Rangliste mit Hochkarätern

In der Marathonwertung über 42 Kilometer und 1.800 Höhenmeter setzte sich bei den Männern Jan Hafner (3:31:20) vor Enzo Landry (+2:00) und Fabien von Bergen (+5:29) durch. Bei den Frauen dominierte Flurina Eichholzer (3:37:21) vor Angela Gisler (+35:09) und Marlen Gisler (+40:37). Das Rennen war geprägt von intensiven Duellen, beeindruckender Ausdauer und einer Atmosphäre, die selbst die steilsten Anstiege erträglich machte.

So endete der Transruinaulta 2025 mit einem Gefühl, das bleibt: Dankbarkeit, Stolz und Vorfreude auf die nächste Ausgabe. Denn wer einmal durch die Rheinschlucht gelaufen ist, der weiß – dieser Lauf lässt niemanden unberührt.

Alle Ergebnisse und Fotos vom Trainsruinaulta

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