Gibt es eigentlich Laufschuhe, die zum Laufen beim Sommer in der Hitze besser geeignet sind?
Definitiv, die gibt es! Die Material-Eigenschaften von Laufschuhen sind teilweise sehr unterschiedlich. Nicht nur das Gewicht, die Sprengung, die Dämpfung oder die Stabilität der Laufschuhe sind wichtige Kriterien für dessen Einsatzzweck. Das Material kann auch vorteilhaft oder weniger vorteilhaft bei bestimmten Wetterlagen sein.
Die 2 wichtigen Eigenschaften von Sommer-Laufschuhen
So gibt es zum Beispiel zahlreiche Laufschuhe, die aus einem wasserdichten oder wasserfesten Material bestehen, wie etwa Gore-Tex. Diese Schuhe sind vor allem bei starken Regenfällen oder beim Laufen im Winter vorteilhaft.
Genauso können aber die Eigenschaften von Laufschuhen beim Sport in der Hitze von Vorteil sein. Vereinfacht gesagt, gibt es zwei Merkmale, die "Sommer-Laufschuhe" kennzeichnen:
- Je leichter das Material bzw. der Schuh ist, desto besser ist dieser für Laufaktivitäten bei hohen Temperaturen geeignet. Denn was für die Bekleidung gilt, gilt auch für Laufschuhe. Immerhin laufen wir im Sommer ja auch nicht mit drei Laufshirts am Oberkörper. Demnach macht es auch einen Unterschied, ob wir einen 200-Gramm-Schuh oder einen 300-Gramm-Schuh am Fuß tragen.
- Da aber leichte Schuhe auch bestimmte Nachteile bringen (weniger Dämpfung, weniger Stabilität, höherer Kraftaufwand für die Fußmuskulatur), ermöglichen bestimmte Anpassungen beim Obermaterial des Schuhes eine Sommertauglichkeit. Sinnvoll ist ein luftdurchlässiges Textilnetzgewebe (= Mesh), bei dem, wie es der Name bereits vermuten lässt, Luft durch den Schuh zirkulieren kann. Allerdings ist so eine Umsetzung bei Schuhen nicht immer ganz einfach. Denn dieses Material kann unter Umständen zu Nachteilen bei den Schuheigenschaften führen, wie etwa einer Reduktion der Stabilität oder einer erhöhten Anfälligkeit auf frühzeitige Schäden beim Obermaterial.
Zusammengefasst: Sommer-Laufschuhe sollten entweder leicht sein oder (und) aus einem atmungsaktiven Obermaterial bestehen. Die Socken müssen zudem atmungsaktiv sein, ansonsten geht ein großer Teil des Effektes von Sommer-Laufschuhen verloren.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Carbon-Laufschuhe sind übrigens aufgrund des geringen Gewichts und des dünnen Materials sehr gut für Laufeinheiten bei heißen Temperaturen geeignet. Allerdings sind solche Schuhe ausschließlich für gut trainierte Läufer und nur bei schnellen Laufaktivitäten empfehlenswert.
Die 11 besten Sommer-Laufschuhe aus unserem Test
1) ON Cloudboom Echo
Einsatzzweck: Wettkämpfe bis Halbmarathon für ambitionierte Läufer

Der Carbon-Laufschuh von ON spricht eine eher kleine Zielgruppe an. Immerhin sind Laufschuhe mit Carbonplatte für Hobbyläufer nur bedingt zu empfehlen. Mehr dazu auch hier: Carbon Laufschuhe: Vorteile und Nachteile
Ansonsten ist das Material des On Cloudboom Echo aber ideal für den Sommer.
Der Laufschuh ist ultraleicht, wirkt daher alles andere als klobrig. Zudem punktet der Cloudboom Echo mit einem verstärkten Mesh-Oberschuh, der nicht nur ein sicheres Auftreten ermöglicht, sondern die im Sommer gewünschte Belüftung sicherstellt.
Wer Wettkämpfe und Tempoläufe bei warmen Temperaturen bestreiten möchte und gut trainiert ist, der trifft mit dem ON Cloudboom Echo garantiert eine hervorragende Wahl.
2) Inov-8 Trailfly Ultra G 280
Einsatzzweck: Lange Trailläufe

Inov-8 setzt bei seinen Trailschuhen generell auf ein atmungsaktives und dehnbares Obermaterial aus Mesh. Der Ultra G 280 steht also stellvertretend für die Trailschuhe von inov-8.
Der inov-8 Trailfly Ultra G 280 wurde für Trail-Wettkämpfe ab 5 km aufwärts entwickelt. Dabei gibt es nach oben keine Grenzen. Grundsätzlich ist der G280 ohnehin eher für Ultraläufe (Ultratrails) optimal, da es bei inov-8 einige Modelle gibt, die erheblich leichter sind.
Wer also mitten im Sommer stundenlang auf Trails unterwegs ist, der ist mit dem Inov-8 Trailfly Ultra G 280 gut ausgestattet.
Zum Inov-8 Trailfly Ultra G 280
3) Adidas CS
Einsatzzweck: Stabilschuh und Neutralschuh für Grundlagenläufe, lange Läufe und Walking

Der Adidas CS ist extrem stark bzw. weich gedämpft und daher vorrangig für lockere Laufeinheiten und Walking geeignet. Zudem kann der CS auch von Läufern mit Überpronation getragen werden.
Trotz der starken Stabilität und des damit eher schweren Gewichts eignet sich der Laufschuh hervorragend zum Laufen im Sommer. Denn Adidas hat ein Mono-Mesh verbaut, welches die Atmungsaktivität steigert und sogar den Halt in den Schlüsselzonen des Schuhs verstärkt. Eine Win-Win-Situation.
4) Hoka One One Bondi X
Einsatzzweck: Leichter Neutralschuh für das Training und für lange Wettkämpfe (Marathon und Ultralauf)

Der Hoka One One Bondi X setzt auf ein atmungsaktives Mesh-Obermaterial.
Zugleich hat der vegane Laufschuh eine sehr weiche und starke Dämpfung, was ihm bei einem Gewicht von unter 300 Gramm sogar zu einem Komfort-Wettkampfschuh für lange Distanzen macht.
Auf jeden Fall eignet sich der Bondi X aber auch für lange Trainingsläufe bei heißen Temperaturen - obwohl solche Einheiten bei hohen Temperaturen grundsätzlich vermieden werden sollten.
Trotz der starken Dämpfung vermittelt der Schuh mit einer Sprengung von nur 5 mm ein natürliches Laufgefühl.
5) Puma x Tracksmith Deviate Nitro Elite Race
Einsatzzweck: Carbon-Laufschuh für ambitionierte Läufer

Nichts für Hobbyläufer, aber ein herausragender Tempo-Laufschuh für ehrgeizige und schnelle Athleten ist der Puma x Tracksmith Deviate Nitro.
Der Laufschuh ist optimal für Wettkämpfe und schnelle Läufe im Training, eher über kurze Distanzen, aber durchaus auch für den Marathonlauf.
Zum Einsatz kommt bei dem Schuh mit thermogeformter Karbonfaserplatte ein Mono-Mesh-Obermaterial. Puma verspricht dem Sportler damit nicht nur eine Atmungsaktivität, sondern auch eine Optimierung beim Halt, also bei der Stabilität.
Zum Puma x Tracksmith Deviate Nitro
6) New Balance Fresh Foam Arishi
Einsatzzweck: Leichter Neutralschuh für schnelle Trainingsläufe

Unglaublich günstig ist der New Balance Fresh Foam Arishi und damit unser Preis-Tipp unter den Sommerlaufschuhen.
Der sehr leichte Laufschuh setzt ebenfalls auf ein atmungsaktives Fresh Foam Obermaterial. Trotz des günstigen Preises ermöglicht die hochwertige Gummi-Außensohle einen guten Grip bei gleichzeitig langer Haltbarkeit.
Der Schuh hat eine geringe Dämpfung und eher weniger Stabilität. Daher sollte dieser vorrangig von Läufern mit einer gut trainierten Fußmuskulatur getragen werden. Ansonsten erfüllt der Arishi alle Voraussetzungen für einen tollen Neutralschuh zum schnellen Laufen im Training.
Zum New Balance Fresh Foam Arishi
7) Nike React Pegasus Trail
Einsatzzweck: Trailschuh und Hybridschuh für lockeres Laufen auf Trails, im Gelände, aber auch im Flachen.

Nike hat nicht nur unerhört schnelle Straßenlaufschuhe, sondern auch zuverlässige Schuhe für Trails. Der Nike React Pegasus Trail ist so etwas wie ein Hybrid-Laufschuh. Er lässt sich also sowohl auf der Straße als auch auf Trails tragen, ist aber vorrangig für das Gelände konzipiert.
Überzeugend ist die Qualität des Mesh im Obermaterial. Dieses ist nicht nur atmungsaktiv, sondern bietet dem Sportler auch ein stabiles und robustes Gefühl beim Tragen des Schuhs.
Der Nike React Pegasus Trail ermöglicht also eine gute Kombination aus Stabilität und Atmungsaktivität. Ideal für lange und gemütliche Aktivitäten auf Trails im Sommer.
8) Under Armour Charged Rogue
Einsatzzweck: Leichter Trainingsschuh für Trainingsläufe und kurze Wettkämpfe

Der Under Armour Charged Rogue besteht aus einem atmungsaktiven Mesh. Zusammen mit einer Charged Cushioning Zwischensohle wird dadurch die Reaktionsfähigkeit des Schuhs optimiert.
Der Schuh überrascht trotz des leichten Gewichts (unter 250 Gramm) mit einer angenehmen, aber natürlichen und direkten Dämpfung, wodurch der Laufschuh nicht nur bei Wettkämpfen, sondern auch bei diversen Trainingsläufen getragen werden kann. Vor allem dann, wenn man als Läufer ein natürliches Laufgefühl bevorzugt und eine gut trainierte Fuß- und Wadenmuskulatur sein Eigen nennen darf.
Der Charged Rogue ist mit einem UVP von unter 100 Euro zudem sehr preiswert.
Zum Under Armour Charged Rogue
9) Topo Fli-Lyte
Einsatzzweck: Minimalschuh bzw. Barfußschuh

Minimalschuhe besitzen ohnehin eine überdurchschnittlich hohe Atmungsaktivität. Überzeugend in dieser Kategorie fanden wir den Topo Fli-Lyte.
Der leichte Laufschuh hat eine Sprengung von 3 mm, ist also nicht komplett flach und daher sogar für einen Barfußschuh überraschend komfortabel bzw. leicht gedämpft. Wer also bisher noch wenig Erfahrung mit solchen Schuhen gemacht hat, der ist mit dem Fli-Lyte als "Einstiegsmodell" gut beraten.
Auch im Sommer überzeugt der Topo Fli-Lyte dank eines Mesh-Obermaterials mit optimaler Atmungsaktivität.
10) Saucony Endorphin Elite
Einsatzzweck: Carbon-Laufschuh für ambitionierte Läufer im Wettkampf
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Das Potential für Bestzeiten hat der Saucony Endorphin Elite bestimmt. Aufgrund des leichten Materials sollte der Schuh, wie auch bei allen anderen Carbon-Modellen, nur von Sportlern getragen werden, die gut trainiert sind und ein Tempo von mindestens 15 km/h laufen können.
Auch Intervalle und Tempoläufe im Sommer sind mit den Endorphin Pro von Saucony möglich. Denn das leichte Mesh sorgt für eine optimierte Atmungsfähigkeit. Den Saucony Endorphin Elite gibt es übrigens auch als Standard-Variante (Saucony Endorphin Speed), der etwas schwerer ist und demnach für "gute Hobbyläufer" eine Option darstellt.
11) Salomon Ultra Glide
Einsatzzweck: Trailrunning

Salomon hat mit dem Ultra Glide einen Schuh entwickelt, der eine optimale Mischung zwischen hohem Komfort und leichtem Gewicht sicherstellen soll.
Denn der Salomon Ultra Glide ist sehr weich gedämpft und auf maximalen Komfort ausgerichtet. Trotzdem hat das Modell ein Gewicht von weit unter 300 Gramm. Für Ultratrails optimal. Der Trailschuh verspricht dem Sportler eine weiche und angenehme Dämpfung, hohe Stabilität und hängt trotzdem nicht wie ein Ziegelstein am Fuß fest.
Das Material besteht aus einem atmungsaktiven Mesh und erfüllt damit alle Voraussetzungen für einen Sommer-Trailschuh bei heißen Temperaturen.
Vorteile und Nachteile von Sommerlaufschuhen
Vorteile
- Atmungsaktivität
- Geringere Schweißbildung
- Oftmals leichteres Gewicht
Nachteile
- Erhöhte Wahrscheinlichkeit für unerwartete Schäden im Obermaterial des Schuhs
- Unter Umständen geringere Stabilität beim Laufen
Wichtig: Wer Sommer-Laufschuhe trägt, benötigt auch Laufsocken
Sind die Laufschuhe atmungsaktiv, dann müssen es natürlich auch die Laufsocken sein. Wer mit atmungsaktiven Laufschuhen läuft, aber darunter Baumwollsocken trägt, der sorgt dafür, dass der positive Effekt der Laufschuhe nahezu vollständig verpufft.
Deswegen müssen wir beim Laufen im Sommer unbedingt Laufsocken aus atmungsaktiven Material tragen. Idealerweise Socken aus einem sehr dünnen und luftdurchlässigen Stoff.
Auch da hat die HDsports-Redaktion bereits ihrer Favoriten gefunden: Die besten Socken zum Laufen
Ohne Socken zu laufen, ist nur in bestimmten Situationen sinnvoll. Zum Beispiel bei einem kurzen Triathlon, wo das Anziehen der Socken zu viel Zeit kosten würde. Denn ohne Socken ist die Gefahr von Blasenbildung oder sonstigen Schäden an der Haut des Fußes deutlich erhöht. Zudem verpufft ebenfalls etwas der Effekt des optimalen Feuchtigkeitstransportes von Schweiß nach außen.
Zusammenfassung: Die Top 11 Sommer-Laufschuhe
- ON Cloudboom Echo
- Inov-8 Trailfly Ultra G 280
- Adidas CS
- Hoka One One Bondi X
- Puma x Tracksmith Deviate Nitro Elite Race
- New Balance Fresh Foam Arishi4
- Under Armour Charged Rogue
- Nike React Pegasus Trail
- Topo Fli-Lyte
- Saucony Endorphin Elite
- Salomon Ultra Glide
Ebenfalls von HDsports getestet: Sport-Sonnenbrillen zum Laufen

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