Rwenzori Marathon: Start
Rwenzori Marathon: Start (Foto: © Anton Reiter)
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Teilnahme am Tusker Lite Rwenzori Marathon 2025 im Herzen Ugandas

Safariabenteuer im Queen Elizabeth Nationalpark

Ich buche über die Lodge eine mehrstündige Safari im Queen Elizabeth Nationalpark (QENP) um 250 USD (weil ich der einzige Teilnehmer im Geländefahrzeig bin). Mit einer Fläche von 1.978 km² ist dieser Park der zweitgrößte Nationalpark Ugandas. Er erstreckt sich vom Lake Edward im Süden bis zum Lake George im Norden, direkt am Fuße des majestätischen Rwenzori-Gebirges. Sein Name ehrt Königin Elisabeth II. von England, die den Park 1954 während einer königlichen Tour durch die damalige britische Kolonie Uganda besuchte.

Rwenzori Marathon 2025 - 018: Safariabenteuer im Queen Elizabeth Nationalpark

Der Park ist nicht eingezäunt, und die asphaltierte Hauptstraße von Kampala über Mbarara nach Kasese führt mitten durch sein nördliches Gebiet – eine Besonderheit, die sowohl faszinierend als auch tragisch ist. Diese ungewöhnliche Situation führt leider immer wieder zu Wildunfällen, besonders nachts, wenn Tiere die warmen Asphaltflächen aufsuchen. Affen, Antilopen und sogar größere Tiere wie Hyänen oder Zebras werden oft Opfer des Verkehrs. Das ist ein häufiges und ernstes Problem, das von Naturschützern und der Parkverwaltung stark thematisiert wird. Es wird zu langsamer Fahrweise und besonderer Vorsicht, speziell bei Dämmerung und Nacht, gemahnt.

Safariabenteuer im Queen Elizabeth Nationalpark

Nach einem kurzen, mageren Frühstück geht es noch bei Dunkelheit los. Erst nach fast einer Stunde Fahrt entlang der Hauptstraße von Kampala nach Kasese erreichen wir den Eingang in den Park, wo ausländische Touristen zudem 40 USD Eintritt zahlen müssen (nur Kreditkarten sind erlaubt). Versprochen werden allen Besuchern von den Rangern „hoch und heilig“ die Big Five (Löwe, Leopard, afrikanischer Elefant, afrikanischer Büffel, Nashorn) zu sehen.

Big Five

Tierwelt: Jenseits der Big Five

Zwar können hier mit Elefant, Büffel, Löwe und Leopard – das Nashorn fehlt – vier der „Big Five“ beobachtet werden, doch die wahre Magie des Parks liegt in seiner unglaublichen Vielfalt.

Elefant im Big Five

Berühmt sind die baumkletternden Löwen der Ishasha-Region im Süden, die sich gerne in die mächtigen Feigenbäume zurückziehen, ein einzigartiges Verhalten, das nur an wenigen Orten Afrikas zu sehen ist. Im angrenzenden Kyambura Gorge, der „Schimpansen-Schlucht“, kann man auf geführten Wanderungen unsere nächsten Verwandten in ihrem natürlichen Lebensraum erleben. Der Kazinga-Kanal, eine natürliche Wasserstraße zwischen Lake George und Lake Edward, beherbergt eine der größten Flusspferd-Populationen Afrikas; bei einer Bootsfahrt sieht man Hunderte dieser Giganten sowie riesige Schwärme von Wasservögeln – von Pelikanen über Sattelstörche bis hin zu gefiederten Juwelen wie dem malachitgrünen Eisvogel. Das elegante, rotbraune Antilopenpaarhufer Uganda Kob, das Wappentier Ugandas, ist überall im Park in großen Herden zu sehen, und auch Riesenwaldschweine, Hyänen, Warane und unzählige andere Arten machen jede Safari zu einem Abenteuer.

Rwenzori Marathon 2025 - 023: Tierwelt jenseits der Big Five

Eine erlebte Geschichte aus dem Park: Der Schatten am Straßenrand

Die Sonne steht über den weiten Ebenen der Kasenyi-Savanne, als unser Auto sich auf der holprigen Piste in Richtung Norden bewegt. Die Luft ist erfüllt vom Zirpen der Insekten und den fernen Rufen der Nilpferde aus dem Kazinga-Kanal. Plötzlich, an einer Kurve nahe dem Ufer des Lake George, verlangsamt der Fahrer abrupt.

Rwenzori Marathon 2025 - 024: Tierwelt jenseits der Big Five

„Schaut, dort am Straßenrand“, flüsterte er und deutete auf einen kleinen, reglosen Körper. Es ist eine junge Grünmeerkatze, deren verspieltes Leben jäh von einem vorbeirasenden Fahrzeug beendet worden ist. Eine tragische, stille Szene, die einen Schatten auf die idyllische Landschaft wirft.

Unser Guide, ein erfahrener Mann namens Abel, der hier aufgewachsen ist, seufzt tief. „That happens too often“, sagte er mit ruhiger, aber trauriger Stimme. „The road cuts through their habitat. For the animals, it's just another clearing - not an obstacle. They know nothing of our haste."

Er steigt aus und hebt den kleinen Affen behutsam vom Asphalt, um ihn ins hohe Gras am Rand zu legen. „We can't just leave him lying here. The vultures would come, and that would create a danger for traffic. And it's a matter of respect.“

In diesem Moment, fast als ob die Natur uns trösten will, taucht am Horizont eine Herde Uganda-Kobs auf, die im goldenen Abendlicht grasen. Ein Fischadler stößt mit einem markerschütternden Schrei herab in den See. Der Kreislauf des Lebens ist überall sichtbar – brutal und schön zugleich.

„That's why we are here," fügt Abel hinzu, als er wieder einsteigt. „Not just to show the animals, but also to explain to people. Drive slower. Keep your eyes open. This is their home, and we are only guests. Each one of us can help ensure that such tragedies become less frequent“.

Diese Begegnung, so traurig sie ist, verleiht der Safari eine neue Tiefe. Nun ist die Exkursion für mich keine reine Touristenattraktion mehr, sondern eine eindringliche Erinnerung an die fragile Koexistenz von Mensch und Wildnis – ein zentrales Thema im Herzen des Queen Elizabeth Nationalparks.

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