Laufschuhe Asics Metaspeed Sky
1
Featured

5x5 Intervalltraining: Warum Läufer damit schneller werden

Wenn ein Training die perfekte Mischung aus Qual und Fortschritt ist, dann sind es die 5 x 5 Intervalle.

Kaum eine Einheit ist so effektiv, um Läufer schneller und ausdauernder zu machen. Das Prinzip ist simpel: fünf Wiederholungen, je fünf Minuten im fordernden Tempo, mit dazwischenliegenden Pausen. Klingt einfach, fühlt sich aber an wie ein Tanz zwischen Himmel und Hölle. Und genau das macht den Reiz aus. Wer seine Geschwindigkeit steigern und seine VO2max verbessern will, kommt an dieser Trainingsform kaum vorbei.

Mit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten an Lauferfahrungen habe ich mich auch schon an dieser Einheit probiert und es auch bei anderen Läufern bemerkt, wie stark das 5x5-Intervalltraining wirken kann. Doch nur wer Tempo, Pausen und den gesamten Ablauf versteht, profitiert auch langfristig davon, ohne ins Übertraining zu rutschen oder Verletzungen zu riskieren.https://vg04.met.vgwort.de/na/5b7c4485b66548729f9d2b8c9ca69ff1


Was ist ein 5x5 Intervalltraining?

Das 5x5-Intervalltraining gehört zu den Klassikern im ambitionierten Lauftraining. Es bedeutet: fünfmal fünf Minuten in hohem, kontrolliertem Tempo laufen, mit Pausen dazwischen. Diese Methode bringt dich an deine Grenzen, ohne sie dauerhaft zu überschreiten. Der Körper lernt, Sauerstoff effizienter zu nutzen, und die Muskulatur passt sich an höhere Belastungen an.

Im Gegensatz zu lockeren Dauerläufen ist hier der Fokus auf Intensität gelegt. Das Intervalltraining zwingt dich, deine Komfortzone zu verlassen und auf einem Niveau zu laufen, das du im Wettkampf brauchst. Es ist also nicht nur körperlich fordernd, sondern auch mental: Fünf Minuten können sich verdammt lang anfühlen, wenn die Beine brennen und die Lunge arbeitet wie ein Presslufthammer.

Der große Vorteil dieser Einheit ist ihre Vielseitigkeit. Anfänger können sie in einem moderaten Tempo absolvieren und schon enorme Fortschritte erzielen. Fortgeschrittene Läufer nutzen das Training, um sich gezielt auf Wettkämpfe wie 10 km oder Halbmarathon vorzubereiten. Wichtig ist, dass das Tempo nicht beliebig schnell gewählt wird, sondern zur aktuellen Leistungsfähigkeit passt.

Der genaue Ablauf dieser Trainingseinheit

  • Einlaufen (10 bis 15 Minuten), Lauf-ABC und Steigerungsläufe
  • 5 Minuten im fordernden Tempo laufen
  • 2 bis 3 Minuten lockeres Traben oder Gehen als Pause
  • 4 weitere Durchgänge
  • Anschließend 10 bis 15 Minuten locker auslaufen

Tempo beim 5x5 Intervalltraining

Die Frage nach dem richtigen Tempo ist entscheidend. Wer zu schnell startet, bricht nach den ersten Intervallen ein, wer zu langsam läuft, verfehlt den Trainingseffekt. Als Faustregel gilt: Laufe die fünf Minuten ungefähr im Bereich deines 10-Kilometer-Renntempos oder leicht schneller. Für gut trainierte Läufer darf es auch in Richtung 5-Kilometer-Renntempo gehen. Das heißt, man bewegt sich in einem anaeroben Intensitätsbereich oder zumindest an der anaeroben Schwelle.

Das Tempo sollte fordernd, aber nicht maximal sein. Du solltest am Ende des Intervalls spüren, dass du an der Grenze arbeitest, ohne völlig zu kollabieren. Nach jedem Intervall muss eine Pause möglich sein, die dir genug Kraft gibt, den nächsten Durchgang wieder mit hoher Qualität zu laufen. Die Kontrolle über das Tempo ist also genauso wichtig wie die Bereitschaft, an deine Limits zu gehen.

Wie kann ich schneller laufen ohne mehr zu trainieren?


Pausen beim 5x5 Intervalltraining

Die Pausen sind das Geheimnis hinter der Effektivität. Sie sind lang genug, um dich für den nächsten Durchgang vorzubereiten, aber kurz genug, damit der Puls nicht komplett absinkt. Zwei bis drei Minuten lockeres Traben oder Gehen sind optimal. Wer länger pausiert, riskiert den Verlust des spezifischen Trainingsreizes, wer kürzer pausiert, kann die Intensität oft nicht halten.

Wichtig ist, dass du die Pausen aktiv nutzt. Komplettes Stehenbleiben ist nur bei absoluter Erschöpfung sinnvoll. Besser ist es, den Kreislauf in Bewegung zu halten. So bleibst du im Training und sorgst dafür, dass dein Körper lernt, auch unter Belastung schneller zu regenerieren. Ein entscheidender Vorteil für jeden Wettkampf.


Vorteile der 5x5 Intervalle

Steigerung der Tempohärte

Wer schneller laufen will, muss auch schnell trainieren. Die 5x5 Intervalle verbessern die Fähigkeit, über längere Zeiträume ein hohes Tempo zu halten. Dein Körper gewöhnt sich daran, den erhöhten Sauerstoffbedarf effizienter zu decken, während du mental lernst, den Schmerz zu akzeptieren und trotzdem weiterzumachen.

Verbesserung der Laktattoleranz

Während der fünf Minuten sammelt sich Laktat in deinen Muskeln an. Je öfter du diese Intervalle trainierst, desto besser kann dein Körper damit umgehen. Du lernst, auch unter intensiver Belastung leistungsfähig zu bleiben, was dich in Wettkämpfen direkt schneller macht.

Ökonomisierung des Laufstils

Die höhere Geschwindigkeit zwingt dich zu einer sauberen Lauftechnik. Deine Schrittlänge und Frequenz passen sich an, du wirst ökonomischer und verschwendest weniger Energie. Das überträgt sich später auch auf langsamere Läufe, die sich plötzlich leichter anfühlen. (Der effizienteste Laufstil)

Mentale Stärke

Fünf Minuten können verdammt lang sein. Wer regelmäßig 5x5 Intervalle läuft, trainiert nicht nur Muskeln und Lunge, sondern auch den Kopf. Du wirst widerstandsfähiger gegen das Gefühl aufzugeben, und genau das entscheidet am Ende im Wettkampf.

Das große Laufbuch der Trainingspläne


VO2max und 5x5 Intervalle

Das 5x5-Intervalltraining ist ein hervorragendes Werkzeug, um die VO2max zu verbessern, also die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit deines Körpers. Je höher deine VO2max, desto mehr Sauerstoff können deine Muskeln nutzen, was direkt in mehr Tempo und Ausdauer resultiert. Aber Vorsicht: Das Training allein macht dich nicht zum Weltrekordler.

Es ist ein Baustein unter vielen. Nur wer das Intervalltraining mit Schwellenläufen, Grundlagenläufen, langen Läufen und Erholung kombiniert, erreicht wirklich Fortschritte. Große Leistungssprünge darfst du nicht erwarten, doch richtig eingesetzt, ist es eine effektive Einheit, um deine anaeroben Fähigkeiten zu verbessern und deine Leistung Stück für Stück zu steigern.

Anaerobes Training: Wie funktioniert ein anaerobes Lauftraining [+ 4 Beispiele]


Gefahren und Fehler bei dieser Trainingsform

So wirkungsvoll das 5x5-Intervalltraining ist, so riskant kann es sein, wenn es falsch eingesetzt wird. Der größte Fehler ist ein zu hohes Tempo. Viele Läufer starten zu schnell, sind nach zwei Intervallen platt und schaffen die restlichen Durchgänge nur noch halbherzig. Damit geht der Trainingseffekt verloren. Ein weiteres Risiko liegt in der Vernachlässigung der Regeneration. Wer glaubt, direkt am nächsten Tag wieder Vollgas geben zu müssen, riskiert Verletzungen oder Überlastung.

Auch das falsche Pausenmanagement ist ein häufiger Fehler. Zu lange Pausen nehmen den Reiz, zu kurze Pausen machen die Einheit ineffektiv. Ebenso problematisch ist eine schlechte Einbettung in das Gesamttraining. Wer 5x5 Intervalle in jeder Woche ohne Anpassung läuft, riskiert Übertraining. Diese Einheit ist ein scharfes Schwert und sollte auch so behandelt werden.

Nicht zuletzt darf die Technik nicht außer Acht gelassen werden. Wer mit schlampiger Haltung ins Intervall geht, trainiert zwar intensiv, aber ineffizient. Auf Dauer steigt so das Verletzungsrisiko, besonders für Knie und Achillessehne. Fazit: Qualität vor Quantität, und lieber mit Bedacht steigern.


Beispielhafter Trainingsplan für 10 km

Ein strukturierter Plan hilft, die Intervalle sinnvoll einzubauen. Anbei ein Trainingsplan für zwei Wochen mit je vier Einheiten:

WocheEinheit 1Einheit 2Einheit 3Einheit 4
1 45 Minuten lockerer Grundlagenlauf 5 x 5 Minuten Intervalltraining (2–3 Min Pause) 60 Minuten langer Grundlagenlauf 40 Minuten lockerer Dauerlauf
2 45 Minuten lockerer Grundlagenlauf 7–10 x 1 km im Wettkampftempo (2-3 Min Pause) 70 Minuten langer Grundlagenlauf 40 Minuten lockerer Dauerlauf

Ich persönlich empfehle, diese Trainingsform nicht jede Woche in den Plan zu integrieren. Denn es soll nicht das klassische Tempotraining ersetzen, sondern nur ergänzen. Es reicht daher, das 5 x 5 Minuten Intervalltraining 1 bis 2 mal pro Monat in das Training einzugliedern.


Zusammenfassung

5x5 Intervalle sind ein effektives Training, um Tempo, VO2max und mentale Stärke zu verbessern. Entscheidend ist die richtige Wahl des Tempos, die Einhaltung der Pausen und die kluge Einbettung in einen Gesamtplan. Sie sind ein starkes Werkzeug, aber nur eines von vielen. Wer sie dosiert einsetzt, profitiert langfristig und wird spürbar schneller.

Empfohlene Artikel

Kommentar schreiben

Senden

Weitere interessante Themen